Offline in den Bergen von Kirgisistan
Fliegen wir nach Zentralasien mit Lisas Reisegeschichte
16/11/2023•4 min Lesezeit
Sattgrüne Hügel, weite Täler mit stark strömenden Gletscherflüssen, galoppierende Pferde und einzelne Jurten mit freundlichen Hirten. Fernab von den einheimischen Dolomiten begebe ich mich auf die Reise nach Zentralasien - genauer gesagt nach Kirgistan. Ein Land, dessen Landschaft, Berge, Seen, Kulturen und Gesichter mir bis dato noch unbekannt sind.
Für meine mehrtägigen Trekkings ist der Rucksack nur mit dem Nötigen gepackt und keine Kilos sollen umsonst auf den Wegen auf 3.000 m.ü.d.M. getragen werden. Funktionskleidung wie mein absolutes Lieblingsstück, die Alessia Polartec® Alpha® Windjacke, das Martine Langarm Shirt, die Katharina Leichte Strechhose, die Teresa Hose, zwei T-shirts, den Barbara Pullover und die dicke Irmi ReMOCA Pad® Wendebare Jacke werden mich in den Bergen warm halten.
Viele Kirgisen sind Halbnomaden und schlagen im Sommer ihre Jurten in den Bergen auf wo ihr Vieh weiden kann. An einem meiner Trekkings, werden meine zwei Freunde und ich von einer Nomadenfamilie herzlichst begrüßt und sofort zum Tee eingeladen. Dank der wenigen Russisch Kenntnisse können wir uns mit der Familie verständigen und beschließen die Nacht mit ihnen in der Jurte zu verbringen. Wir spielen mit den Kindern, helfen Majramkul, der Mutter beim Kochen und sie zeigt uns, wie man die Kühe melkt. Bald stelle ich fest, dass die Frau sich nicht nur um den Haushalt und die Kinder kümmert, sondern auch um das Vieh, das ihr Mann abends von der Weide zurück zur Jurte treibt. Sie ist die Letzte die schlafen geht und auch die Erste die früh am Morgen wieder auf den Beinen steht.
Diese Begegnung soll nicht die einzige in Kirgistan sein. Immer wieder treffen wir beim Wandern auf Nomadenfamilien die uns immer auf eine Tasse Tee und Brot mit hausgemachter Butter einladen. Fernab vom stressigen Alltag tauchen wir in eine neue Kultur ein, spielen mit den Kindern und genießen die Momente voller Freude.
Die Berge im Nord-Osten des Landes, rund um das Ak Suu Tal und den Ala Kul See stellen eine bezaubernde Kulisse dar. Auf den sattgrünen Wiesen weiden Pferde mit ihren Fohlen, Kühe mit ihren Kälbern und unzählige Schafe. Im Hintergrund erstreckt sich ein Kilometer langes Tal mit anschließendem steil ansteigenden Pass.
Es geht Tal einwärts am Fluss entlang auf den ersten Pass hinauf. Die Luft ist frisch und rein doch über uns türmen sich die ersten Wolken auf. Es dauert nicht lange, bis sich die ersten Donnerschläge laut machen. Binnen kurzer Zeit fängt es an zu regnen, gar zu hageln. Irgendwo im Nirgendwo, mitten in der Natur bleibt uns nichts anderes übrig, als weiter zu wandern bis wir in der Ferne eine Hütte mit aufsteigendem Rauch sehen. Durchnässt vom Regen steuern wir direkt dorthin, wo uns zwei Hirten empfangen und wir können uns bei ihnen wärmen.
Nach kurzem Austausch mit den Männern erscheint die Sonne wieder und wir wandern weiter. Nach einem mühsamen Tag kommen wir Abends auf einer Hochebene an, die sich ausgezeichnet zum Zelten anbietet. Erschöpft stelle ich mein Zelt auf und endlich kann ich die letzten Sonnenstrahlen genießen. Pure Mountain Me-Time in den kirgisischen Bergen. Offline ohne Handyempfang, davon habe ich bereits lange geträumt.
Bei meinen weiteren Bergtouren zieht mich nicht nur die atemberaubende Landschaft in den Bann, sondern vor allem die Ruhe. Die nicht Erreichbarkeit am Smarthphone, die Auszeit von sozialen Medien, einfach die Funktstille des Telefons. In diesen Momenten kann ich mich ganz auf das Hier und Jetzt konzentrieren und den Moment und das Abenteuer leben und verinnerlichen.
Im Süd-Westen des Landes ändert sich die Landschaft; im August regnet es nur selten und die grünen Weiden haben sich ockerbraun gefärbt. Auch hier verbringe ich einige Tage in einer Jurte und begebe mich auf verschiedene Tageswanderungen. Ich befinde mich auf 3.500 m.ü.d.M. und wandere noch höher hinauf. Zum Teil führt kein Weg auf die steilen, grasigen Hänge hinauf und so spure ich imaginär wie beim Skitouren gehen den Hang mit Spitzkehren hoch. Die Luft wird dann auf 4.000 m.ü.d.M. wesentlich dünner und mein Puls schlägt schneller. Vor mir erstreckt sich der höchste Berg Kirgistans zum Himmel und die Nähe des Gletschers beeindruckt mich.
Bevor ich mich in den Bergen zur Ruhe lege, lass ich mir den Blick zum Himmel nie entgehen. Jedes Mal fasziniert mich der hell leuchtende Sternenhimmel. Hier oben in den Bergen strahlen sie besonders hell und die Milchstraße ist deutlich zu erkennen. Obwohl es kalt ist, bleibe ich vor der Jurte und genieße diesen etwas andere Mountain Me-Time und starre eine Weile die unendlich vielen Sterne an.
Drei Wochen sind verflogen und ich habe unzählige Eindrücke von diesem Land und Leben bekommen. Die Gastfreundschaft, die Bergwelt und der einfache Lebensstils der Menschen haben mich beeindruckt. Ich werde wohl noch lange an diese außergewöhnliche Reise denken und mich mit einem Lächeln an die tollen Begegnungen erinnern.
In Kirgistan verbinde ich Mountain Me-Time nicht nur mit der Zeit am Berg, sondern auch das Zusammensein mit den Menschen, deren Freundlichkeit und Herzlichkeit.