Natur- oder Kunstfasern: Was ist der wirkliche Unterschied und welche ist die beste Wahl?
So findest du den richtigen Stoff für dein Sommer-Shirt
14/05/2026•14 min Lesezeit
Das richtige T-Shirt auszuwählen, mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, ist es aber nicht. Zwischen Stoffen, Fasern und technischen Eigenschaften ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Genau deshalb möchten wir dich in diesem Artikel dabei unterstützen, das ideale T-Shirt für den Sommer zu finden. Perfekt für Wanderungen in den Bergen, deine Outdoor-Aktivitäten und deine Mountain Me-Time.
Natur- oder Kunstfasern, was ist besser?
Wenn man über Natur- und Kunstfasern spricht, geht der Unterschied weit über das Material hinaus. Es geht um die Herkunft der Materialien, ihre Performance, ihre Nachhaltigkeit und darum, wie sie jede Bewegung begleiten, besonders an sommerlichen Tagen in den Bergen.
Welche Art von T-Shirt solltest du diesen Sommer wählen?
Für uns bei LaMunt entsteht die Antwort immer aus einem Gleichgewicht zwischen Komfort und Funktionalität, zwischen Nachhaltigkeit und Innovation. In diesem Artikel begleiten wir dich auf eine Entdeckungsreise durch natürliche und synthetische Textilfasern, damit du besser verstehst, welche Materialien sich für deine Outdoor-Aktivitäten eignen und wie sie in unseren Produkten zum Einsatz kommen.
Was sind Naturfasern?
Heute machen Naturfasern rund 40% der weltweit verwendeten Textilfasern aus, während die restlichen 60% aus synthetischen und künstlichen Fasern bestehen. Nach dem starken Wachstum synthetischer Materialien seit den 1960er-Jahren mit der Einführung von Fasern wie Polyester und Acryl, richtet sich der Fokus heute wieder stärker auf Naturfasern, auch wegen ihrer Bedeutung für nachhaltigere Lieferketten.
Naturfasern sind Materialien biologischen Ursprungs die ohne chemische Prozesse zu Garn verarbeitet werden können. Lediglich mechanische Verfahren wie Kardieren und Spinnen sind notwendig. Sie werden in zwei Kategorien unterteilt: tierische Fasern, die aus Fell oder tierischen Bestandteilen gewonnen werden, wie Merinowolle oder Kaschmir, und pflanzliche Fasern, die aus Samen, Blättern oder Stängeln stammen. Auch Seide, die von Seidenraupen produziert wird, zählt dazu.
Die Vorteile von Naturfasern
Naturfasern werden wegen ihrer besonders angenehmen Eigenschaften auf der Haut geschätzt:
- Atmungsaktivität: sie fördern die Luftzirkulation und helfen, die Haut trocken zu halten.
- Weichheit: sie bieten ein natürliches und angenehmes Tragegefühl.
- Temperaturregulierung: sie passen sich verschiedenen Klimabedingungen an, halten im Sommer kühl und in der Übergangszeit warm und schützen zudem vor Feuchtigkeit.
Beispiele für Naturfasern und ihre Einsatzbereiche
Unter den tierischen Fasern ist Kaschmir, gewonnen aus der Hircus-Ziege, für seine außergewöhnliche Weichheit und Leichtigkeit bekannt. Merinowolle, die in einigen unserer Produkte verwendet wird, zeichnet sich durch ihre natürlichen technischen Eigenschaften aus:
- Merino ist hypoallergen und kratzt nicht.
- Merino wirkt antibakteriell und nimmt daher weniger Gerüche auf.
- Merino kann mehrere Tage getragen werden, auch bei längeren Trekkingtouren.
Zu den pflanzlichen Fasern zählt Baumwolle, seit Jahrhunderten eines der am häufigsten verwendeten Materialien. Baumwolle ist vielseitig, atmungsaktiv und angenehm zu tragen, auch wenn der Anbau einen hohen Wasserverbrauch mit sich bringt.
Ein interessantes Beispiel ist Tencel™ Lyocell, eine Faser aus Eukalyptusholz-Zellstoff, die chemisch verarbeitet wird. Trotz des industriellen Prozesses gilt sie als eine der fortschrittlichsten Fasern in Bezug auf Nachhaltigkeit. Tencel™ Lyocell wird in geschlossenen Kreislaufsystemen hergestellt, bei denen bis zu 99% der Lösungsmittel und des Wassers wiederverwendet werden.
Dieses Material verwenden wir für T-Shirts, welche für Komfort, Funktionalität und Ästhetik stehen und für jegliche Soul Trekking Touren und Outdoor Erlebnissen zum Einsatz kommen.
Zu unseren natürlichen Styles gehört das Alice Top, gefertigt aus hochwertigem Kaschmir kombiniert mit pflanzlichen Naturfasern. Es hilft, Gerüche zu reduzieren und sorgt den ganzen Tag für ein angenehm trockenes Gefühl auf der Haut.
Das Alexandra, erhältlich als T-Shirt oder Tanktop kombiniert die Leichtigkeit von Lyocell mit den natürlichen Eigenschaften der Merinowolle. Das Ergebnis ist Atmungsaktivität, Feuchtigkeitsmanagement und natürliche Geruchsresistenz, ideal für aktive Tage oder längere Wanderungen.
Auch das Maria Shirt, erhältlich als T-Shirt oder Tanktop besteht aus Baumwoll-Modal, ausgewählt wegen seiner Weichheit und seines hohen Tragekomforts. Zusätzlich sorgen Einsätze aus frischem, atmungsaktivem Material am oberen Rücken und an den Seiten für noch mehr Belüftung bei dynamischen Aktivitäten.
Was sind synthetische Fasern?
Synthetische Fasern sind künstlich hergestellte Materialien, die durch chemische Prozesse entstehen, meist aus erdölbasierten Polymeren. Sie wurden entwickelt, um spezifische Anforderungen wie Widerstandsfähigkeit, Leichtigkeit, Elastizität, Wasserfestigkeit und Schutz vor Witterungseinflüssen zu erfüllen.
Gerade deshalb spielen sie heute eine zentrale Rolle in funktioneller Sport- und Outdoor-Bekleidung.
Zu den bekanntesten synthetischen Fasern zählen Polyester, Acryl, Nylon, Polypropylen und Elasthan.
Is polyester natural or synthetic?
Polyester ist eine synthetische Faser, da sie chemisch aus erdölbasierten Materialien hergestellt wird. Sie gehört zur PET-Familie, demselben Material, aus dem Plastikflaschen bestehen. Bei LaMunt verwenden wir recyceltes Polyester mit einem Recyclinganteil von über 50%. Recyceltes Polyester schenkt bereits verwendeten Materialien ein zweites Leben und bietet dieselben Eigenschaften wie neues Polyester, jedoch mit geringerem Energieverbrauch und reduzierten CO₂-Emissionen.
Ist Nylon natürlich oder synthetisch?
Auch Nylon (Polyamid) ist eine synthetische Faser, die vollständig im Labor hergestellt wird. Bei LaMunt verwenden wir ECONYL®, ein regeneriertes Nylon aus recycelten Fischernetzen und Textilabfällen. Es besitzt dieselben Eigenschaften wie neues Nylon, ist jedoch zu 100% recycelt.
Beispiele für synthetische Materialien und ihre Vorteile
Synthetische Fasern werden wegen ihrer funktionellen Eigenschaften geschätzt:
- Langlebigkeit: sie behalten Form und Eigenschaften auch nach vielen Waschgängen.
- Pflegeleichtigkeit: sie benötigen wenig Pflege.
- Schnelles Trocknen: ideal bei intensiven Aktivitäten.
- Vielseitigkeit: sie können gezielt auf bestimmte Anforderungen abgestimmt werden.
Die wichtigsten synthetischen Fasern im Detail:
Polyester
Polyester gehört zu den am häufigsten verwendeten Fasern in technischer Bekleidung. Es ist widerstandsfähig gegen Abrieb und Feuchtigkeit und bleibt auch nach häufigem Waschen in seiner Form.
Für den Sommer empfehlen wir das Lara Shirt oder das Teresa Shirt II - beide auch als ärmellose Version erhältlich. Sie wurden speziell für heiße Sommertage entwickelt und sind atmungsaktiv, elastisch, weich auf der Haut und aus recycelten Materialien gefertigt.
Das Teresa Shirt II verfügt zusätzlich über ein elastisches Mesh-Gewebe aus recyceltem Material für optimale Temperaturregulierung und ist mit Polygiene® behandelt, um Gerüche zu reduzieren.
Polyamide (Nylon)
Polyamid ist extrem widerstandsfähig und gleichzeitig weich. Es eignet sich perfekt für technische und sportliche Bekleidung und ist abriebfest, elastisch, schnell trocknend und effektiv gegen Wind und Feuchtigkeit.
Ein Beispiel ist das Lisa Crop Top aus ECONYL®. Das elastische Material bietet hervorragenden Halt und Funktionalität. Lasercuts auf der Rückseite sorgen zusätzlich für optimale Belüftung bei Wanderungen.
Die folgenden Fasern gehören zur Kategorie der Mischfasern. Sie sind weder vollständig natürlich noch vollständig synthetisch, sondern ergänzen andere Materialien.
Polypropylen
Eine leichte, atmungsaktive und funktionelle Faser, die Feuchtigkeit von der Haut ableitet und so für ein trockenes Gefühl sorgt.
Elasthan
Die Faser für maximale Bewegungsfreiheit. Elasthan ist extrem elastisch und sorgt dafür, dass sich Kleidungsstücke optimal an den Körper anpassen.
Acetat
Acetat basiert auf pflanzlicher Zellulose, wird jedoch chemisch verarbeitet. Es wird wegen seiner Leichtigkeit, Weichheit und fließenden Optik geschätzt.
Durch die Kombination natürlicher, künstlicher und synthetischer Fasern entstehen ausgewogene Stoffe, die Komfort, Widerstandsfähigkeit und Performance vereinen.
Ein Beispiel dafür ist unser Betty Shirt, erhältlich auch als Tanktop. Es ist gefertigt aus einem Fasermix mit Acetat. Vielseitig, weich und elegant, perfekt sowohl für Wanderungen als auch für die Stadt.
Zwei weitere Produkte aus Mischfasern, die wir für sommerliche Outdoor-Aktivitäten empfehlen, sind das Nadia Tanktop und das Tina T-Shirt das auch in einer ärmellosen Variante erhältlich ist.
Nadia ist ein leichtes und weiches Tanktop aus recycelten Materialien wie Polyester und Polyamid, die die Atmungsaktivität verbessern. In Kombination mit Elasthan sorgt das Material zudem für Elastizität und macht das Top ideal für komfortable Aktivitäten in den Bergen.
Tina besteht ebenfalls aus recyceltem Polyester, das zusammen mit Lyocell das Kleidungsstück atmungsaktiv, leicht und elastisch macht. Mit seiner lockeren Passform und dem leichten Tragegefühl eignet es sich perfekt für einen aktiven Tag in den Bergen.
Vorteile und Nachteile von Natur- und Kunstfasern
Die Wahl zwischen Natur- und Kunstfasern bedeutet, das richtige Gleichgewicht zwischen Komfort, Performance und Bewusstsein zu finden. Jedes Material hat seine Stärken und Grenzen, die sich besonders darin zeigen, wie wir unsere Kleidung im Alltag tragen.
Vorteile von Naturfasern
Naturfasern bieten zahlreiche Vorteile, darunter:
- Atmungsaktivität und Thermoregulation: Sie sorgen für ein ausgeglichenes Temperaturgefühl, speichern Wärme bei Bedarf und halten an wärmeren Tagen angenehm kühl. Gleichzeitig nehmen sie Feuchtigkeit auf und geben sie schnell nach außen ab, wodurch ein trockenes Tragegefühl unterstützt wird.
- Nachhaltigkeit durch geringeren Waschbedarf: Naturfasern nehmen deutlich weniger Gerüche auf als synthetische Fasern, wodurch Wasser- und Energieverbrauch reduziert werden können.
- Qualität und Langlebigkeit: Sie ermöglichen eine längere Nutzungsdauer der Kleidungsstücke.
Nachteile von Naturfasern
Naturfasern bringen jedoch auch einige Nachteile mit sich:
- Höhere Produktionskosten, bedingt durch landwirtschaftliche Faktoren, Saisonalität und einen höheren Arbeitsaufwand.
- Statische Eigenschaften: Ihre Eigenschaften können ohne den Einsatz von Chemikalien nicht verbessert werden. Wenn man die natürliche Struktur der Faser verändern möchte, sind daher Behandlungen oder Mischungen notwendig, um bestimmte Leistungen zu erzielen.
- Anfälligkeit im Laufe der Zeit: Sie können mit der Zeit empfindlicher werden, sind weniger widerstandsfähig gegenüber häufigem Waschen und anfälliger für biologische Einflüsse wie Schimmel oder Motten.
Vorteile von Kunstfasern
Kunstfasern wurden mit einem klaren Ziel entwickelt: leistungsorientierte Anforderungen zu erfüllen.
Zu ihren wichtigsten Vorteilen zählen:
- Produktionseffizienz: Da sie aus Erdölderivaten mithilfe standardisierter industrieller Prozesse hergestellt werden, können leistungsstarke Materialien zu meist günstigeren Kosten produziert werden. Bei LaMunt haben wir uns dafür entschieden, diesen Prozess weiterzuentwickeln, indem wir recycelte statt neuer Fasern verwenden. So verwandeln wir bestehende Ressourcen in leistungsfähige technische Stoffe und minimieren gleichzeitig unsere Umweltbelastung.
- Vielseitigkeit im Design: Während der Produktion können die Eigenschaften des Stoffes gezielt angepasst werden, um elastischere, leichtere, robustere oder strukturiertere Kleidungsstücke je nach Einsatzbereich zu schaffen.
- Hohe Wetterbeständigkeit: Diese Materialien halten Regen, Wind, Sonne und Feuchtigkeit gut stand und behalten ihre Form.
- Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen Einflüssen: Da es sich um synthetische Materialien handelt, bieten sie Mikroorganismen oder Insekten keine Nahrungsquelle und sind weniger anfällig für biologischen Abbau.
- Hervorragende Atmungsaktivität und schnelltrocknende Eigenschaften: Dadurch eignen sie sich besonders gut für Reisende, da Kleidungsstücke bequem per Hand gewaschen und schnell wieder getragen werden können.
Nachteile von Kunstfasern
Neben ihren funktionalen Vorteilen gibt es auch einige Nachteile zu berücksichtigen:
- Freisetzung von Mikroplastik beim Waschen.
- Neigung zur Geruchsbildung: Sofern sie nicht speziell behandelt werden, fördern sie die Vermehrung von Bakterien, die durch Schweiß entstehen.
- Mögliche Allergien und Hautreizungen: Immer mehr Menschen entwickeln allergische Reaktionen oder Hautirritationen beim Kontakt mit synthetischen Fasern.
*Aufladung durch statische Elektrizität: Synthetische Materialien neigen dazu, sich elektrostatisch aufzuladen, was kleine unangenehme Effekte wie Stromschläge verursachen kann.
Was ist besser – Natur- oder Kunstfasern?
Wenn es um Performance und Nachhaltigkeit geht, gibt es auf die Frage “Was ist besser?” keine eindeutige Antwort.
Die Wahl hängt vom jeweiligen Einsatzbereich, deiner Bewegungsweise und davon ab, was du von einem Kleidungsstück erwartest.
Für Outdoor-Bekleidung, insbesondere bei intensiven Aktivitäten oder starkem Schwitzen, bieten Kunstfasern eine hohe Leistungsfähigkeit: Sie sind leicht, strapazierfähig und transportieren Feuchtigkeit schnell ab. Bei wechselnden Wetterbedingungen oder langen Touren passen sich Naturfasern wie Merinowolle hingegen besser an, da sie die Temperatur regulieren und auch nach vielen Stunden des Tragens ein frisches Gefühl bewahren.
Sobald Nachhaltigkeit eine Rolle spielt, wird das Bild differenzierter. Naturfasern haben im Allgemeinen eine geringere Umweltbelastung als synthetische Fasern, doch recycelte Kunstfasern und neue Innovationen tragen zunehmend dazu bei, deren Auswirkungen zu reduzieren.
Auch die Langlebigkeit ist ein entscheidender Faktor: Während Kunstfasern auf eine lange Haltbarkeit ausgelegt sind, können hochwertige und gut gepflegte Naturfasern ebenfalls sehr lange halten und dabei einen natürlicheren Komfort bieten.
Bei LaMunt sind wir überzeugt, dass die beste Wahl aus dem richtigen Gleichgewicht entsteht: Es gibt keine perfekte Faser, sondern die richtige Kombination für jede einzelne Person.
Tipps:
Heute entwickelt sich die Textilinnovation immer stärker in Richtung recycelter Fasern und biobasierter Materialien. Die bewussteste Entscheidung betrifft daher nicht nur die Frage “Welche Faser?”, sondern auch, wie lange ein Kleidungsstück genutzt wird. Deshalb ist es wichtig, Kleidung richtig zu pflegen und korrekt zu waschen, um ihren ursprünglichen Zustand möglichst lange zu erhalten.
Bewusste Entscheidungen zu treffen bedeutet also auch, vielseitige und langlebige Kleidungsstücke zu bevorzugen, die für eine lange Nutzung entwickelt wurden – und dabei die Umweltbelastung zu reduzieren, ohne auf Bewegungsfreiheit verzichten zu müssen.
Entdecke alle unsere Tipps, wie du die Lebensdauer deiner Kleidung verlängern kannst, im speziellen Bereich unseres Blogs https://www.lamunt.com/de-de/produktpflege.
Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen Natur- und Kunstfasern
Um die Unterschiede zwischen Natur- und Kunstfasern wirklich zu verstehen, haben wir einen einfachen und übersichtlichen Vergleich anhand einer intuitiven Tabelle mit verschiedenen Kriterien zusammengestellt. So kannst du die passenden Kleidungsstücke mit den geeignetsten Fasern je nach Aktivität und gewünschtem Tragegefühl auswählen.
Denn hinter jeder Faser steckt nicht nur eine technische Eigenschaft, sondern auch ein ganz besonderes Gefühl.
Merinowolle:
Eine der vielseitigsten Naturfasern, äußerst atmungsaktiv und eine der geruchsresistentesten Materialien überhaupt, da sie bis zu 30 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich nass anzufühlen. Dadurch wird das Wachstum von Bakterien reduziert. In Bezug auf die Haltbarkeit verliert diese Faser weder ihre Form noch knittert sie leicht. Ihre Umweltbelastung ist gering, da sie eine erneuerbare Faser ist, die das Wohl von Tieren und Umwelt respektiert. Die Kosten variieren je nach Feinheit der Faser, liegen jedoch im Allgemeinen im mittleren bis hohen Bereich. Der Tragekomfort ist sehr hoch, da Merinowolle weich und temperaturregulierend ist und dank ihrer Atmungsaktivität selbst bei hohen Temperaturen ein frisches Gefühl vermittelt. In Übergangszeiten wie Herbst und Frühling hilft sie zudem, den Körper zu isolieren und die Temperatur konstant zu halten.
Kaschmir:
Kaschmir steht für Leichtigkeit und außergewöhnliche Weichheit. Seine feinen Fasern ermöglichen eine gute Atmungsaktivität und eine natürliche Regulierung der Körpertemperatur, sodass überschüssige Feuchtigkeit und Wärme entweichen können und das Gefühl von Schwitzen reduziert wird. Die Haltbarkeit von Kaschmir wird aufgrund seiner sehr feinen und empfindlichen Fasern oft als geringer angesehen. Bei richtiger Pflege behält das Material jedoch lange seine Qualität – die Langlebigkeit hängt daher stark von der Pflege ab. Die Umweltbelastung ist hoch, da intensive Zucht in manchen Regionen zur Wüstenbildung und Bodendegradation führt und die Verarbeitung große Mengen Wasser benötigt. Die Kosten sind hoch, da die Faser nur begrenzt verfügbar ist und die Herstellung arbeitsintensiv ist. Hinsichtlich des Komforts zählt Kaschmir dank seines besonders weichen, leichten und warmen Gefühls auf der Haut zu den angenehmsten Fasern.
Baumwolle:
Eine einfache und vielseitige Naturfaser, die besonders wegen ihrer Atmungsaktivität geschätzt wird, da sie die Luftzirkulation fördert und die Haut kühl und trocken hält. Bei intensiver Aktivität nimmt Baumwolle jedoch Feuchtigkeit auf und bleibt länger nass. Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Abnutzung und häufigem Waschen ist mittelmäßig; sie behält zwar ihre Form, besitzt jedoch wenig Elastizität und neigt dazu, zu knittern oder einzugehen. Die Umweltbelastung ist relativ hoch, da Baumwolle intensiv Wasser und Chemikalien benötigt. Die Rohstoffkosten sind im Vergleich zu anderen Fasern eher niedrig, auch wenn der Endpreis von Qualität und Verarbeitung abhängt.
Tencel™ Lyocell:
Diese Faser stellt eine Balance zwischen Innovation und Natürlichkeit dar. Sie ist bekannt für ihre außergewöhnliche Atmungsaktivität und ihr effektives Feuchtigkeitsmanagement. Dank der Struktur ihrer Fasern nimmt sie Schweiß schnell auf und gibt ihn rasch nach außen ab, wodurch die Körpertemperatur reguliert und das Wachstum von Bakterien reduziert wird. Sie ist äußerst robust und langlebig; selbst im nassen Zustand bleibt ihre Struktur stabil und sie hält häufigem Waschen gut stand. Die Umweltbelastung ist gering. Tencel™ Lyocell gilt als eine der nachhaltigsten künstlich hergestellten Fasern und benötigt weniger Wasser als viele andere Fasern. Zudem wird das organische Lösungsmittel, das bei der Herstellung verwendet wird, nahezu vollständig wiederverwendet. Die Produktionskosten liegen im mittleren Bereich, können aufgrund der nachhaltigen Herstellung jedoch höher ausfallen. Der Komfort ist hoch, da diese Faser weiche, seidige und leichte Stoffe erzeugt.
Polyester:
Im Allgemeinen ist diese Faser weniger atmungsaktiv als Naturfasern, wobei die Atmungsaktivität je nach Herstellungsverfahren variieren kann. Hersteller kombinieren Polyester häufig mit anderen technischen Fasern oder nutzen spezielle Konstruktionen, um die Luftzirkulation und Atmungsaktivität zu verbessern. Polyester ist für seine hohe Widerstandsfähigkeit bekannt, da es sich um ein äußerst robustes Material handelt, das für eine lange Lebensdauer entwickelt wurde und seine optischen Eigenschaften über lange Zeit beibehält. Die Umweltbelastung von recyceltem Polyester ist deutlich geringer als die von neu produziertem Polyester, da Erdölförderung, CO₂-Emissionen und Energieverbrauch reduziert werden. Dennoch setzt es beim Waschen Mikroplastik frei und ist nicht leicht recycelbar. Die Kosten gelten als mittel, da recyceltes Polyester durch Sammlung und Sortierung von Abfällen teurer ist als neues Polyester. In Bezug auf Komfort punktet Polyester durch Haltbarkeit, Leichtigkeit und einfache Pflege, auch wenn ihm oft das natürliche Frischegefühl fehlt.
Polyamid:
Dies ist die technische Faser schlechthin. Sie bietet gute Atmungsaktivität und ein hervorragendes Feuchtigkeitsmanagement, weshalb sie ideal für Sportbekleidung geeignet ist. Zudem besitzt sie eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Abrieb, Rissen und Abnutzung. Polyamid ist ein langlebiges und elastisches Material, das seine ursprüngliche Form beibehält. Die Umweltbelastung ist höher, da die Herstellung auf fossilen Rohstoffen basiert und energieintensiv ist. Die Kosten sind ebenfalls hoch, bedingt durch die Rohstoffe und den Energieaufwand im Produktionsprozess. Dank ihrer Kombination aus Leichtigkeit, Elastizität und Weichheit gilt diese Faser als besonders komfortabel für technische und sportliche Kleidung.
Polypropylen:
Diese Faser ist bekannt für ihre außergewöhnlich hohe Atmungsaktivität und ihr hervorragendes Feuchtigkeitsmanagement. Sie nimmt kein Wasser auf, sondern leitet Feuchtigkeit aktiv nach außen ab. Polypropylen bietet eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Abrieb, Chemikalien und Feuchtigkeit und ist dadurch äußerst funktional und langlebig. Die Umweltbelastung ist moderat, da die Produktion bei niedrigen Temperaturen erfolgt und das Material gut recycelbar ist, auch wenn es aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird. Die Kosten sind niedrig, da die Produktion relativ einfach und die Rohstoffe günstig sind. Im Bereich Sportbekleidung bietet Polypropylen hohen Komfort, da es zu den leichtesten verfügbaren Fasern gehört und sich weich anfühlt.
Elasthan:
Diese Faser ist nicht besonders atmungsaktiv, da sie den Luftstrom eher blockiert und keinen Schweiß aufnimmt. In Kombination mit anderen Stoffen kann die Atmungsaktivität jedoch verbessert werden. Elasthan ist bekannt für seine hohe Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit, insbesondere gegenüber Abrieb; es franst kaum aus und behält langfristig seine Form. Die Umweltbelastung der neuen, nicht recycelten Variante ist hoch, da Elasthan auf Erdöl basiert und nur schwer recycelbar ist. Auch die Kosten sind hoch, da die Herstellung komplexe chemische Prozesse erfordert. Der Komfort ist dank Elastizität, Leichtigkeit und Weichheit dennoch sehr hoch.
Zusammengefasst liegt der Hauptunterschied zwischen Natur- und Kunstfasern in ihrer Herkunft: Naturfasern stammen aus pflanzlichen oder tierischen Quellen, während synthetische Fasern durch chemische Prozesse aus Erdöl oder recycelten Materialien hergestellt werden. Daraus ergeben sich unterschiedliche Eigenschaften, Leistungen und Auswirkungen. Naturfasern bieten Komfort, Atmungsaktivität und ein authentischeres Hautgefühl; Kunstfasern hingegen erfüllen gezielt technische Anforderungen und überzeugen durch Widerstandsfähigkeit und Funktionalität.
Die Wahl ist niemals absolut: Sie ist ein persönliches Gleichgewicht, das sich mit dem Rhythmus des Alltags und der eigenen Art, die Natur zu erleben, verändert.
FAQ: Naturfasern vs. Kunstfasern
Warum sind synthetische Fasern so weit verbreitet?
Weil sie eine hohe technische Leistungsfähigkeit bieten, langlebig, leicht, elastisch, wasserabweisend (und daher schnelltrocknend) sowie pflegeleicht sind – Eigenschaften, die für Outdoor-Bekleidung besonders wichtig sind.
Sind Naturfasern nachhaltiger?
Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Ihre Umweltbelastung hängt stark von der jeweiligen Herstellung ab: Manche Naturfasern wie Baumwolle benötigen große Mengen Wasser, während andere, wie Wolle oder Lyocell, nachhaltiger sein können, wenn sie verantwortungsvoll produziert werden.
Können synthetische Stoffe recycelt werden?
Ja, viele synthetische Stoffe, wie beispielsweise Polyester, können recycelt werden. Das Recycling hängt jedoch von der vorhandenen lokalen Infrastruktur und von der Zusammensetzung des Kleidungsstücks ab, da nicht alle synthetischen Fasern leicht recycelbar sind. Mischgewebe sind beispielsweise schwieriger zu verarbeiten. Aus diesem Grund haben wir einige unserer Produkte aus nur einer einzigen Faserart entwickelt, um das Recycling effizienter zu gestalten.
Mehr dazu hier: (https://www.lamunt.com/de-de/monomaterial-gewebe).